CEWE Workshop „Lost Places“

Alte Gemäuer – neue Bildsprache

Verfallende Gebäude üben auf Fotoenthusiasten schon immer eine ganz besondere Faszination aus. Europas führender Bilddienstleister CEWE veranstaltete im Februar 2014 einen exklusiven Workshop in der Nähe von Berlin in eben solchen „Lost Places“. Die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten neue kreative Ansätze und die Entwicklung einer eigenen, zeitgemäßen Bildsprache kennen.

 

Es ist in der Fotografie wie beim Machen des Führerscheins: Vor der Praxis kommt die Theorie. Und so startete auch der CEWE Workshop mit einem praktischen Fachvortrag von Pascal Mühlhausen (CEWE) zum Thema „Neue Medien, bevor Workshopleiter und Profifotograf Robert Geipel (CEWE) die ersten Praxisaufgaben stellte: Fotografien von alten Häusern zur sogenannten „blauen Stunde“, mit Licht malen und schreiben, indirektes Licht oder auch HDR-Fotos in Verbindung mit verschiedenen Beleuchtungsmitteln wie Blitzlicht oder Taschenlampe.

Vorträge runden das Programm ab.

 

Ausgerüstet mit Kamera, Stativ, Taschenlampe und warmer Kleidung machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf in die nächtliche Welt aus verlassenen Häusern und Mauern. Jetzt galt es, ein geeignetes Motiv zu finden, den optimalen Standpunkt festzulegen, das Stativ samt Kamera verwacklungssicher aufzubauen und die Langzeitbelichtung zu aktivieren. Diese ermöglicht es – bei ansonsten sehr schwachem Licht – den Kameraverschluss beliebig lange offen zu halten und somit durch Blitzlicht, Taschenlampe oder eine andere Lichtquelle besondere gestalterische Akzente zu setzen.

Nachtaufnahmen sowie Lichtmalen und -schreiben

 

Robert Geipel und sein Team betreuten die Fotoenthusiasten mit weiteren praktischen Tipps und Tricks zur optimalen Umsetzung der eigenen gestalterischen Ideen und Konzepte. Als besonders interessant stellte sich bei der anschließenden Betrachtung der Ergebnisse das partielle Ausleuchten von Gebäudeteilen mit starken LED-Lampen sowie die rasante Bewegung brennender Stahlwolle heraus.

Mit einfachen Tricks lässt sich ein spannender Fotoeffekt erzielen.

 

Anschließend diskutierten viele der Fotobegeisterten im warmen Ambiente des Hotels die unterschiedlichen Möglichkeiten, wie man die gerade aufgenommenen und die am nächsten Tag zu erwartenden Fotografien in den Gesamtkontext eines CEWE FOTOBUCHs stellt.

Jörg Uhlenbrock (CEWE) gab wertvolle Tipps, wie man ein CEWE FOTOBUCH über ein Projekt wie „Lost Places“ konzipiert und es dann anschließend fotografisch in die Tat umsetzt – ohne sich in seinem gestalterischen Freiraum beschränken zu lassen. Jörg Uhlenbrock: „Eines der wichtigsten Kriterien für ein spannendes CEWE FOTOBUCH ist die Dramaturgie der Seitenfolge, damit der Betrachter später beim Durchblättern immer wieder neue Aha-Momente erlebt. Die Bilder müssen durch sich selbst und ihre Anordnung eine Geschichte erzählen, die die Handschrift des Fotografen zeigt.“

Unsere Teilnehmer bei der Nachbereitung der Bilddaten.

 

Am nächsten Morgen starteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des CEWE Workshops bereits früh mit der fotografischen Praxis in den „Lost Places“. Hier galt es, aus der schier überbordenden Fülle an Motiven diejenigen herauszufinden, die einen besonders ansprechen und die eine eigene Geschichte erzählen – auch im späteren Kontext des geplanten CEWE FOTOBUCHs. Robert Geipel: „Diese Motive sind zu schade, um sie einfach abzufotografieren. Sie sind ein besonders attraktives Material, mit dem man als Fotograf kreativ spielen und gestalten kann.“ So wird die Darstellung von Räumen besonders wirkungsvoll durch die Betonung der Perspektive (Weitwinkel) und der gestalterisch interessanten Verteilung von visuellen Ankerpunkten wie Steckdosen oder Farbflecken. Die Zentralperspektive kann interessant wirken, dabei sollten jedoch keine schiefen Horizonte auftreten (Stativ mit Wasserwaage).

Besonders wenn die Sonne schräg im 90°-Winkel auf raue Mauern mit abblätternden Farb- und Tapetenresten trifft, zeigten sich interessante Licht- und Schattenspiele. Ob man sie in Farbe oder Schwarzweiß aufnimmt, hängt jeweils von dem Motiv ab. Tipp von Fotoprofi Geipel: „In RAW aufnehmen und erst später am Rechner die Entscheidung über Schwarzweiß oder Farbe fällen.“ Auch die Schatten einzelner Gebäudeteile können starke Gestaltungselemente sein. Und Lichtreflexionen bilden auf verwittertem Gemäuer ebenfalls hohes kreatives Potenzial.

Die Schönheit des Morbiden.

Wer die verlassenen und verfallenden Gemäuer lieber als Ambiente für eigene Inszenierungen nutzen wollte, für den hatte die CEWE Crew in einem der größeren Räume ein interessantes Mode-Set mit Model und Blitzanlage aufgebaut. So wurde die trostlose Umgebung zur besonders attraktiven Bühne. Die CEWE Fachleute zeigten den Teilnehmern, wie man beispielsweise nur durch den Einsatz eines gewöhnlichen Spiegels die Bildwirkung und den Gestaltungsbereich wesentlich erweitern kann. Auf diese Art entstanden faszinierende Portraits unter Einbeziehung einer ganz besonderen Raumwirkung.

Fotoshooting mit Schwester Alexandra

Nach vielen Stunden gemeinsamen und alleinigen Fotografierens waren dann alle Bilder in den Lost Places gemacht – aber der Workshop noch lange nicht zu Ende. Im Hotel wurden die Bilddaten auf Laptops übertragen und anschließend sortiert. Ziel war es, einerseits die nach eigener Meinung besten Einzelbilder herauszufinden, andererseits aber auch schon eine bildgestalterische Geschichte für die Kreation eines CEWE FOTOBUCHs zu entwickeln. Letzteres geschah dann final von jedem Teilnehmer zu Hause, motivierend unterstützt durch einen entsprechenden CEWE FOTOBUCH Gutschein. Die besten Bilder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden dann gemeinsam unter der Leitung von Robert Geipel besprochen: Wie gut war die Motivauswahl, wie verlaufen die Linien im Bild, ist die Waagerechte der Raumaufnahme auch wirklich waagerecht, wie wurden die Farben als Gestaltungselemente eingesetzt und vieles mehr. Das Auditorium nahm so zum Schluß des CEWE Workshops nochmals wichtige und wertvolle Tipps mit nach Hause.

LPB_2014-8384

Workshopleiter Robert Geipel sowie die Leiterin des Organisationsteam Sylke Warning (CEWE) zogen hinsichtlich des CEWE Workshops „Lost Places“ eine ausgesprochen positive Bilanz: „Wir waren erstaunt, wie schnell sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich vorher praktisch alle nicht kannten, zu einem echten Team zusammen fanden. Neben der Vermittlung von fotografischem Wissen und dessen Relevanz für unser Produktportfolio, wie das CEWE FOTOBUCH, ist bei den CEWE Workshops immer ein großes Anliegen, dass sich die Menschen untereinander vernetzen und ihre Erlebnisse in ihre eigenen Netzwerke weiter tragen. Und viele Teilnehmer haben uns bestätigt, dass die Motive in den und um die verfallenden Gemäuer besonders attraktiv für die Entwicklung ihrer eigenen Bildsprache waren.“ Die hohe Qualität der Ergebnisse zeigt eindrucksvoll, dass die Intention dieses exklusiven Workshops mehr als aufgegangen ist.

10 Kommentare

  1. Das waren wirklich tolle Tage. Man konnte vieles lernen und das gemeinsam in einer furchtbar tollen Gruppe! Schade dass das alles so schnell herum war. Ich hätte es noch eine Woche mit der Gruppe ausgehalten!

  2. Wie kommt man an so einem Teilnehmerplatz? Der Bericht lässt mich neidisch werden. Normalerweise ist einem der Zugang zu einem Urbex verwehrt. Erstaunlich was bei euch möglich ist.

  3. WOW ! Das ist ja mal eine wirklich tolle Location. Man bekommt wirklich Lust auch mal wieder zur Kamera zu greifen und sich creativ zu betätigen. Die Bilder sind wirklich gelungen, was sicher auch den Tipps der Profifotografen zu verdanken ist. Ich mag Gebäude, die eine Geschichte haben und dies ist hier eindeutig der Fall. Bin jetzt schon auf die Berichte und Fotos folgender Workshops gespannt . Ganz besonders aber hat mir das Bild mit Eurer Krankenschwester gefallen – sensationell schön ausgeleuchtet :-)

  4. Ich konnte leider nicht teilnehmen. Verlorene Orte sind meiner Meinung magisch. Um so besser wenn einem beigebracht wird wie man an solchen Orte die bestmöglichen Fotos macht. Würde mich freuen wenn solche Workshops weiterhin angeboten werden und ich dann auch dabei sein kann.

  5. Welch beeindruckende Kulisse mit faszinierenden Fotoeffekten und einem außergewöhnlichen Team!
    Wie ich sehen und lesen kann, habt ihr wieder ganze Arbeit geleistet und eine Menge geboten. Das kenne ich zum Glück nicht anders von euch.
    Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass ich eines Tages noch mal in den Genuss komme mit euch unterwegs zu sein und zu arbeiten.

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