Wie Ihre Fotos zur passenden Schrift finden

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Genau wie ein Bild können bestimmte Schriften unterschiedliche Gefühle in uns hervorrufen. Typografie kann seriös, verspielt, ernst oder kindlich sein. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie unterschiedlich Typografie auf den Betrachter wirken kann und wo welche Form am häufigsten zum Einsatz kommt: Ein CEWE FOTOBUCH bietet unzählige Möglichkeiten, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen.

1. Typografie und ihre Wirkung

Egal ob elegant, klassisch oder vollkommen außergewöhnlich und farbenfroh – mit der richtigen Schriftart können Sie die Wirkung Ihres Fotobuchs noch unterstreichen und eine einzigartige Erinnerung kreieren. Denn völlig unbewusst verbinden wir als Betrachter mit unterschiedlichen Schriftarten und -stilen ganz spezielle Emotionen. Zeitschriften und Werbegestalter machen sich diese Eigenschaft zunutze und achten ganz genau auf die Auswahl ihrer Schriften.

An dieser Stelle erfahren Sie, wie Sie mit wenigen Tricks und Kniffen die passende Schrift zu Ihren Fotos wählen.

Typo-Übersicht

2. Serifen

Was sind Serifen?
Sind Ihnen schon einmal diese feinen An- und Abstriche quer zur Buchstabengrundrichtung
aufgefallen? Das sind Serifen!

Wozu sind sie gut?
Studien haben gezeigt, dass Schriftarten mit Serifen (zum Beispiel Times New Roman) in Textblöcken besser lesbar sind. Sie bilden eine Linie, die dem Auge des Lesers eine Orientierung vorgibt. Er kann so dem Text besser folgen und auch den Inhalt leichter aufnehmen. Zeitschriftenartikel und auch fast alle Bücher werden aus diesem Grund mit Serifenschrift gedruckt.
Beim nächsten Blick in die Lieblingszeitschrift lohnt es sich also, neben Schlagzeilen und Fotos auch einen kurzen Blick auf die Schrift zu werfen.

Zu welchen Emotionen und Anlässen passen sie?
Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Serifenarten. Die erste ist die klassische Serife, zu denen Schriften wie „Garamond“ zählen. Mit ihrer klassischen Wirkung passen sie besonders gut zu eher traditionell gehaltenen Familienbüchern, wie man sie vielleicht den Großeltern schenken würde.

Ähnlich verhält es sich auch mit transitionalen Serifenschriften wie zum Beispiel „Baskerville“. Sie machen sich unter anderem gut in Zusammenhang mit höheren Jubiläen wie „Silberner Hochzeit“ oder einem 80. Geburtstag.

Die moderne Serifenschrift, zu der zum Beispiel „Bodoni“ zählt, wird gerne mit Mode und Eleganz assoziiert. Durch die Feinheit der Serifen wirken die Buchstaben auch in größerer Größe noch elegant. Ideal für Hochzeitsbücher. Und dann gibt es auch noch die ausdrucksstarken Slab Serifen („Rockwell“). Solche Schriften vermitteln Kraft und sehen zum Beispiel gut in Kombination zu eher düsteren Fotos oder Bildern von Autos oder Rockkonzerten aus.

3. Serifenlos – was bedeutet das?

Ganz einfach: Fehlen bei Schriften die feinen Linien – wie zum Beispiel bei „Arial“ – bezeichnet man sie als serifenlos.

Wozu sind sie gut?
Schriften ohne Serifen hatten in den Anfängen des digitalen Zeitalters den Vorteil, dass sie auf den alten Röhrenmonitoren besser zu lesen waren. Die Monitordarstellung war so grob, dass feine Serifen nicht abgebildet werden konnten. Inzwischen haben hochaufl ösende Bildschirme dieses Problem gelöst. Trotzdem gelten serifenlose Schriften immer noch als modern und werden heute vor allem in allen digitalen und Printmedien verwendet.

Zu welchen Emotionen und Anlässen passen sie?
Serifenlose Schriften wirken moderner und klarer. Sie passen damit ideal zu Fotobüchern mit einem cleanen Layout, das heißt, geradlinig angeordnete Bilder auf weißem oder schwarzem Hintergrund, oder Architekturfotografie. Es sind die idealen Schriften für alle, die es aufgeräumt und
übersichtlich mögen.

4. Schriftgröße

Verwenden Sie unterschiedliche Schriftgrößen, um Schwerpunkte zu setzen. Überschriften sollten
sich zum Beispiel von Fließtexten in ihrer Größe deutlich abheben. So sorgen Sie für eine klare,
optische Gliederung.

Für Fließtexte
Achten Sie bei der typografischen Gestaltung Ihrer Fotobücher vor allem darauf, dass wichtige
Inhalte nicht im Kleingedruckten verschwinden. Da jede Schrift unterschiedlich gestaltet ist, beträgt
die ideale Schriftgröße bei Fließtexten zwischen 8 und 12 Punkt. Wer sich unsicher ist, kann
einzelne Wörter in der gewählten Schriftgröße ausdrucken und vor sich legen.
Auch der Zeilenabstand beeinfl usst die Lesbarkeit eines Textes enorm. Ist er zu gering (zum Beispiel
1 Punkt) kann ein Text schnell gequetscht aussehen. Ist er zu groß, wirken die Zeilen unzusammenhängend.
Wir empfehlen einen Zeilenabstand von 1,5 Punkt.

Für Überschriften
Die Headline sollte größer sein als der Fließtext – das ist klar! Aber sie muss zusammen mit den
Fotos und dem Fließtext ein harmonisches Bild ergeben. Eine gute Überschrift überfrachtet weder
Foto noch Text, sondern unterstützt beides optisch wie inhaltlich. Ein Größenrichtwert lässt sich
hier jedoch nicht ermitteln. Am besten ist es, einfach unterschiedliche Größen auszuprobieren
und vielleicht andere Bücher, deren Aufmachung einem gefällt, als Beispiel heranzuziehen.

5. Schriftmix – warum?

Jede Schrift hat aufgrund ihres Designs verschiedene Vor- und Nachteile. Daher ist es manchmal sinnvoll, Schriftarten zu mischen. Sehr gut lassen sich Serifenschrift und serifenlose Schrift verbinden, um einen Text abwechslungsreich zu gestalten.

Wie funktioniert ein guter Schriftmix?
Selbst wenn Sie in Ihrem CEWE FOTOBUCH nur wenig Text verwenden, können Sie mit einem Schriftmix zwischen Überschriften und Fließtext oder Textblöcken eine gute Wirkung erzielen, die den inhaltlichen Charakter Ihres jeweiligen Buches unterstreicht. Am besten, Sie suchen sich zwei bis maximal drei Schriftarten aus, um damit den typografischen Teil Ihres Fotobuchs aufzubauen. Für die Überschriften kann man zum Beispiel eine serifenlose Schrift wie Arial wählen.
Damit sich der Lauftext besser lesen lässt, nimmt man wiederum eine Schrift mit Serifen wie beispielsweise Times New Roman. So lässt sich Ihrem Fotobuch relativ mühelos mehr Ausdruck verleihen und das Geschriebene geht neben den Bildern nicht komplett unter.

Zu welchen Emotionen und Anlässen passt ein Schriftmix?
Schriftmixe schaffen eine klare optische Gliederung und eignen sich damit beispielsweise gut für kapitelweise aufgeteilte Jahrbücher. Auch Reisebücher, die nicht nur eine Destination, sondern vielleicht eine Weltreise oder mehrere  Städtetrips illustrieren, können durch einen klar gegliederten Schriftmix optisch gewinnen. Und dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit von wilden Mixen, die optisch an eine bunte Party oder Ferienfreizeiten erinnern. Zu diesen Anlässen darf auch die Typografie ruhig mal verrückt spielen.

 Kleine Typografie-Vokabelkunde 

– Grundstrich: So wird die stärkste und zugleich senkrechte Linie eines Buchstabens, bezeichnet, auch „Stamm“ genannt
– Haarstrich: feine, zusätzlich zum Grundstrich existierende Linien
– Serife: Verschnörkelung der Schrift
– Aufstrich: nach oben geführter Strich in einem Buchstaben
– Abstrich: gegenteilig zum Aufstrich
– Punze: der geschlossene beziehungsweise leere Innenraum eines Buchstaben wie der Innenraum eines „o“ oder der leere Raum eines „u“ oder „m“
– Fähnchen: kurz angesetzter, abführender Strich im kleinen „r“ und „g“
– Anstrich: den Ansatz zum Strich, an dem keine Serife ansetzt, bezeichnet man als Anstrich
– Endstrich: nach unten geführter Strich
– Auslauf: Endung eines Buchstaben
– Tropfen: runde Verdickungen etwa beim a, g, c, oder j – selten auch beim e oder o
– Einlauf: Einlauf des Bogens in die Senkrechte
– Versalien: Großbuchstaben, auch Majuskel genannt
– Ansatz: (=Kehlung) Mit Kehlung wird der innere Bogen der Serifen bezeichnet. Es gibt Exemplare mit geringer oder starker Kehlung und Serifen ohne Kehlung
– Schattenachse: eine Achse durch die beiden Stellen eines Buchstaben mit der geringsten Strichstärke

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