Von der Idee zum Familienporträt

Seit unser erstes Kind geboren wurde, basteln wir jedes Jahr für uns und die Großeltern ein dickes Fotobuch voller Erinnerungen des vergangenen Jahres. Als dann Kind Nummer zwei auf die Welt kam, hatten wir eine noch viel bessere Idee: ein alljährliches Familienshooting. So können wir rückblickend den Kindern nicht nur beim Wachsen und uns beim Altwerden zusehen, sondern schaffen für unsere Eltern und Großeltern eine Erinnerung, die sie sich hinstellen und jeden Tag im Vorbeigehen anschauen können. Damit die Bilder aber auch wirklich „Hinstellpotenzial“ bekommen, sind uns einige Details besonders wichtig.

1. Am Anfang steht die Idee: Damit es für uns einfacher wird und vor allem schneller geht, überlegen wir uns schon Tage vor dem Shooting, wie wir auf den Bildern eigentlich aussehen wollen. Dafür blättern wir in Zeitschriften und durchstöbern das Internet nach guten Ideen. So können wir sicher sein, dass das Ergebnis am Ende auch zu unserer Familie passt und wir nicht mit dem üblichen Fotostudio-Einerlei dastehen.

 

Die Idee zu diesem Bild stammt von dem Familienporträt einer Künstlerin, das mir im Internet über den Weg gelaufen ist.

Die Idee zu diesem Bild stammt von dem Familienporträt einer Künstlerin, das mir im Internet über den Weg gelaufen ist. Uns gefiel neben der dunklen Farbkomposition vor allem das Zusammenspiel unserer ernsten Gesichter mit der lustigen Position unseres großen Sohnes.


2. Auf die Uhr schauen
: Gerade wenn man zu Hause nicht über eine teure Lichtanlage verfügt, kann die richtige Uhrzeit für den Look eines Fotos entscheidend sein. Natürliches Licht verleiht einem Foto außerdem einen sanfteren Look als hartes Scheinwerferlicht. Doch gutes Timing ist auch aus einem anderen Grund extrem wichtig: die Laune der Kinder. Sind die Zwerge nämlich müde, kann man auch die beste Bildidee vergessen. Deshalb auch nicht zu viel Zeit für ein Shooting einplanen. Selbst der größte Spaß wird irgendwann langweilig.

Am Gesicht des Großen unschwer zu erkennen: Wir haben uns nicht an unsere Timingregel gehalten und weit über die angestrebte Mittagspause hinaus geshootet.

Am Gesicht des Großen unschwer zu erkennen: Wir haben uns nicht an unsere Timingregel gehalten und weit über die angestrebte Mittagspause hinaus geshootet. Sieht lustig aus, macht sich aber nicht gut im Rahmen auf Omas Sideboard.


3. Kinder haben Mitspracherecht
: Der Kleine arbeitet gerade erst an seiner eigenen Vorstellung, der Große hingegen ist sich über seine Vorlieben schon ganz bewusst. Momentan stehen Superhelden und Astronauten hoch im Kurs. Weil es so an manchen Tagen sogar in die Kita geht, haben wir beim Shooting erst gar nicht versucht ihm seine Verkleidung auszureden, sondern sie einfach mit in unser Bild eingebaut.

Eigentlich hatten wir unserem Großen auch etwas Schickes rausgelegt.

Eigentlich hatten wir unserem Großen auch etwas Schickes rausgelegt. Der Astronautenanzug gefiel ihm aber besser. Im Nachhinein eine weise Entscheidung, durch die unser Bild erst zu etwas Besonderem geworden ist.


4. Anzug oder Jeans? Beides!
Das passende Outfit stellt meinen Mann und mich immer vor die größte Herausforderung. Da wir, anders als unser Sohn, leider über keine Superheldenkostüm-Sammlung verfügen, muss der normale Kleiderschrank herhalten. Meist schauen wir ein paar Stunden vor dem Shooting, was darin zusammenpassen könnte. Zur Sicherheit legen wir aber auch immer etwas zum Wechseln heraus. Zum einen hat man so mehr Möglichkeiten zum Rumprobieren und das Foto bekommt im Nu einen neuen Look, ohne das wir die Position wechseln müssen.

Die Idee zu diesem Bild stammt von dem Familienporträt einer Künstlerin, das mir im Internet über den Weg gelaufen ist.

Fällt Ihnen etwas auf? Genau! Mein Mann hat sich mal schnell in was Bequemeres geworfen. Macht sich auch gut vor dem dunkelgrauen Hintergrund.

5. Accessoires: Ein witziger Sessel für mich, ein Holzpferd für unseren Zweijährigen und ein Trampolin für den großen Bruder? Bei uns darf alles mit aufs Bild, solange es Spaß macht!

Lieblingsbild! Warum? Weil man im Gesicht meines Großen seine Freude ablesen kann.

Lieblingsbild! Warum? Weil man im Gesicht meines Großen seine Freude ablesen kann.

6. Es muss Leben ins Foto: Steif herumstehen kann jeder. Wir zappeln meistens lieber ein bisschen rum. OK, eigentlich zappeln am liebsten die Kinder. Aber wenn man mitmacht, sieht es auf den Bildern hinterher aus, als hätten wir das genau so gewollt.

Hier macht gerade keiner, was er soll. Trotz oder gerade wegen des Chaos ist das eines meiner Lieblingsbilder.

Hier macht gerade keiner, was er soll. Der Große steht Kopf, der kleine starrt ins Nichts, der Hund gibt den Dumbo und mein Mann und ich finden das alles nur noch komisch. Trotz oder gerade wegen des Chaos ist das eines meiner Lieblingsbilder.