Leidenschaft Fotobuch

Ein Jahr für die Ewigkeit

Fotografie – eine Leidenschaft, aus der Annika Schwoll und ihre Mutter Birgit Gawron eine Familientradition mit einem einzigartigen Ergebnis gemacht haben.

Die Dielen knarzen, als Annika Schwoll im Wohnzimmer ihrer Düsseldorfer Altbauwohnung zu ihrem großen Bücherregal geht. Ihre Mutter aus Bonn ist auf einen Kaffee vorbeigekommen. Einfach so, zum Quatschen. In der offenen Wohnküche hat es sich Birgit Gawron gemütlich gemacht, während ihre Tochter vor dem Bücherregal steht und auf eine ganz besondere Enzyklopädie blickt.

 

Das eigene Leben erzählt die schönsten Geschichten. Familie Schwoll hat auch den passenden Bildband dazu.

Die eigene Hochzeit, eingeordnet neben Picasso und Co. Foto: CEWE

Es sind echte Schätze

Zwischen Klassikern der Literatur, aktuellen Bestsellern und CDs steht ihre Familiengeschichte. Fotoalben aus Leinen in blauen Einbänden, feinsäuberlich nummeriert. Eins für jedes Lebensjahr der 41-Jährigen, jedenfalls bis zu Ihrem 18. Geburtstag. Vorsichtig nimmt sie das Album mit der Nummer drei aus dem Regal und blättert es behutsam auf. „Das sind meine ganz persönlichen Geschichtsbücher“, erklärt die Mutter zweier Kinder bedeutungsvoll und ergänzt, „gemacht hat die alle meine Mama.“ Eine Familientradition, die die gelernte Architektin heute mit Leidenschaft und Hingabe fortsetzt. Neben den nostalgischen Familienwerken stehen neuere Bücher. Ganz persönliche Fotobücher in denen Annika Schwoll das Leben ihrer kleinen Familie verewigt hat. Jedes Jahr kommt ein neues dazu. „Ich liebe Fotos, allerdings kann ich mit den Bildern auf dem Rechner oder der Kamera nichts anfangen. Ich muss sie anfassen können“, sagt die 41-Jährige und nimmt das neuste Fotobuch aus dem Regal. Auf dem Cover ihre beiden Söhne, die mit einem herzhaften und unbeschwerten Kinderlachen jedem Betrachter sofort ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

 

Im Herbst war die Küche Tabu

Stolz präsentiert Tochter Annika ihrer Mutter ihr neustes Werk. Die 68-Jährige ist ebenfalls Architektin und auch, wenn sie heute nur noch selten Fotobücher selbst gestaltet und erstellt, die Leidenschaft ist ungebrochen. „Das Lachen der Kinder, die Erlebnisse meiner Tochter und ihres Mannes, all das, was in diesem Jahr passiert ist, durch das Fotobuch kann ich es quasi miterleben“, strahlt Birgit Gawron. Seite für Seite blättert Tochter Annika vorsichtig durch das Fotobuch. „Ich habe das damals von meiner Schwiegermutter übernommen. Sie hat meinem Mann Fotoalben geschenkt. Dadurch habe ich für mich auch die Leidenschaft zur Fotografie entdeckt. Allerdings nicht immer ganz zur Freude meiner Familie“, schmunzelt Annikas Mutter. „Meine Mama ist eine absolute Perfektionistin. Sie hat uns früher immer alle stundenlang positioniert, bis sie dann irgendwann auf den Auslöser gedrückt hat.“ Wenn sich Annikas Mutter jedes Jahr im Herbst in die Küche zurückgezogen hat, wussten Annika und ihre beiden jüngeren Schwestern, dass sie auf keinen Fall stören durften. Dann hat Birgit Gawron die Fotoalben für die Kinder gestaltet. „Damals musste man ja noch Bild für Bild einkleben. Ich habe meist noch einen Text dazu geschrieben. Das hilft, sich heute noch an viele Ereignisse genauer zu erinnern“, erzählt die 68-Jährige. Für Annikas Mutter ist das Erinnern an das eigene Leben enorm wichtig. Sie spricht sogar von einer „Erinnerungskultur“, die ohne Fotoalben und Fotobücher zum Teil verloren geht.

Oma war unglaublich schön

Inzwischen sind die beiden Frauen voll in ihrem Element. Tochter Annika hat jetzt alle Fotobücher und Alben aus ihrem Bücherregal geholt und auf dem großen, massiven Holztisch in ihrer Küche verteilt. Album für Album blättern sich Annika und ihre Mutter durch die dicken Seiten aus Pappkarton der über 30 Jahre alten Fotobücher. „Guck mal, Oma war eine unglaublich schöne Frau“, ist die 41-Jährige völlig in die Familienhistorie eingetaucht. „Und Mama, wie du hier guckst und wie du aussiehst“, lacht Annika Schwoll, als Sie im Jahr 1976 angekommen sind und ihre Mutter mit Schlaghosen und „Minipli-Locken“ glänzt. Eine Zeitreise, die Annika Schwoll immer wieder gerne macht. „Die Fotobücher sind Bestandteil unseres Lebens und werden bei uns mehrmals im Jahr aus dem Regal geholt und angeguckt.“ Erst einige Tassen Kaffee und ein paar Stunden später knarzen erneut die Dielen im Wohnzimmer der Düsseldorfer Altbauwohnung von Annika Schwoll. Dann steht die Familiengeschichte wieder an seinem angestammtem Platz, zwischen klassischer Lektüre, aktuellen Bestsellern und den Musik-CDs.

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