Etwas konfuser wird es bei den D-SLR-Kameras mit Vollformat- und APS-C-Sensoren und ihren Objektivsystemen. Wie schon angesprochen gibt es hier zwei Gruppen von Wechselobjektiven. Die einen sind für den Einsatz an Vollformat-/Kleinbildkameras gerechnet und können zusätzlich an Kameras mit kleinen Sensoren eingesetzt werden. Die anderen wurden speziell für die Verwendung an Kameras mit kleinen Sensoren entwickelt und können nicht oder nur mit Einschränkungen an Kameras mit Vollformatsensoren genutzt werden.
Das hängt nicht mit der Brennweite zusammen, sondern mit dem so genannten Bildkreis. Der Bildkreis ist die Fläche, in die das Objektiv ein Bild mit ausreichend hoher Abbildungsqualität und gleichmäßiger Helligkeit projiziert.
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Sensorgröße und Bildkreis eines Systems sind aufeinander abgestimmt. Die Kreise sollen den optimal nutzbaren Bildkreis eines Objektivs zeigen. Außerhalb schließt sich in der Regel ein schmaler Streifen an, in dem die Abbildungsqualität schnell nachlässt. Die roten Linien in Bild 1 sollen für ein Vollformat-, die gelben in Bild 2 für ein APS-CSystem stehen.
Setzt man ein Objektiv mit kleinem Bildkreis (gelber Kreis in Bild 1) an eine Kamera mit großem Sensor, erfasst dieser die Ecken nur in schlechter Qualität oder gar nicht mehr. Setzt man ein Objektiv mit großem Bildkreis (roter Kreis in Bild 2) an eine Kamera mit kleinem Sensor, erfasst dieser die Bildmitte, wo die Qualität am besten ist.
Verwendet man an beiden Kameras Objektive mit derselben Brennweite, erfasst das APS-CObjektiv einen kleineren Ausschnitt 4, als das Vollformatobjektiv 3 - es entsteht der Eindruck einer längeren Brennweite.
Im Idealfall sind Abbildungsqualität und Helligkeit im ganzen Bildkreis gleichmäßig. In der Praxis ist aber meistens ein Abfall zum Bildrand hin zu beobachten, besonders bei ganz oder weit offener Blende. Um den Bildkreis herum liegt noch eine Zone, in der die Abbildungsqualität und die Helligkeit sehr schnell nachlassen.
Der Durchmesser des Bildkreises ist nur etwas größer als die Diagonale des Formates, für die das Objektiv gerechnet ist, um das Objektiv klein und leicht zu halten. Ein Objektiv für eine Vollformat-/KB-Kamera muss einen Bildkreis von rund 45 mm Durchmesser mit einem gleichmäßig hellen und scharfen Bild auszeichnen. Bei Objektiven für APS-C-Kameras bzw. 4/3-Kameras liegen die Werte bei rund 31 mm bzw. rund 23 mm.
Das Rechteck eines Vollformatsensors passt also genau in den Bildkreis eines Vollformat-/KB-Objektivs, und die Rechtecke kleiner Sensoren - von APS-C über 4/3 bis zu den winzigen Chips der Kompaktkameras - passen genau in die Bildkreise der dafür entwickelten und gerechneten Objektive.
Kombiniert man einen Vollformatsensor und ein Objektiv mit kleinem Bildkreis, so ist mit schlechter Abbilddungsqualität am Bildrand und mit Vignettierung bis hin zum „Abschneiden“ der Bildecken zu rechnen.
Umgekehrt nutzen kleine Sensoren nur den zentralen Teil des Bildkreises, den ein Vollformat-/Kleinbildobjektiv liefert. Dadurch wird zum einen ein geringerer Bildwinkel erfasst, was zur scheinbaren (scheinbaren!) Brennweitenverlängerung führt.
Zum anderen kommen in der Kombination kleiner Sensor plus Objektiv mit großem Bildkreis die äußeren Zonen des Bildkreises, in denen es zu einem Abfall der Abbildungsleistung und der Helligkeit kommen kann, gar nicht erst aufs Bild. Deshalb machen viele „alte“ Objektive, die noch mit einer KB-SLR-Kamera angeschafft wurden, an Kameras mit kleinem Sensor eine gute oder zumindest recht gute Figur - auch wenn Sensoren anspruchsvollere Partner für das Objektiv sind, als Filme.
Anspruchsvoller? Ein kleiner Blick auf die beiden Aufnahmematerialien.
TIPP 1
Viele Kameras sind mit einem so genannten Digitalzoom ausgestattet, um extra lange Brennweiten zu ermöglichen. Messen Sie dem Digitalzoom bei der Kamera keine Bedeutung bei. Wichtig ist ein gutes optisches Zoom. Wenn dessen längste Brennweite einmal nicht ausreicht, können Sie bei der Bildbearbeitung immer noch einen engeren Bildausschnitt wählen und ggf. Schärfe und Kontrast mit den entsprechenden Werkzeugen der Software optimieren.
TIPP 2
Wenn Sie den Bildausschnitt festlegen (siehe oben), spielen Sie doch einmal mit den Seitenverhältnissen des Bildes. Nur weil der Sensor ein Seitenverhältnis von 3:2 oder 4:3 hat, müssen es nicht alle Bilder aufweisen.
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